Warum ein Magazin für Ökonomie und Philosophie? Und warum jetzt?
Podcast:
Interview mit Herausgeber Nazim Cetin in der Sendung Scala beim WDR5 am 18. November 2009
Interview mit dem Redakteur Wolfram Bernhardt in der Sendung Resonanzen beim WDR3 am 8. Januar 2010
Bericht über die agora42 in der Sendung "Musik und Literatur aus dem Land" beim SWR2 am 26. Juni 2010
Ökonomische Perspektive
Die Ökonomie ist heute der unüberschreitbare Horizont unseres Lebens. Drehten sich die gesellschaftlichen Debatten der vergangenen Jahrhunderte um die Frage, welche Gesellschaftsform für die Menschen die beste ist, so haben sich solche Fragestellungen inzwischen erübrigt. Die beste Gesellschaftsform ist jene, die der Ökonomie am meisten nützt. Unser Denken und Handeln wird nicht nur vom Ziel bestimmt, materielle Absicherung und Wohlstand zu erlangen, sondern wir haben uns die ökonomischen Strategien quasi einverleibt. Auch wenn die Ökonomie nicht immer im Fokus steht, ist sie trotzdem immer im Spiel – sie durchzieht alles und hält alles zusammen.
Philosophische Perspektive
Wenn „Philosophie“ den Versuch bezeichnet, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten, das „große Ganze“ zu fassen, dann muss sie sich heute ökonomischen Fragestellungen widmen. Mensch und Welt sind selbst zum Produkt geworden. Der Mensch kann in jeder Hinsicht bewertet werden, nicht nur in Bezug auf seine Leistung bzw. gesellschaftliche Funktion, sondern auch auf den Körper selbst (Organhandel, Blut, Bewertung der Gesundheit in Bezug auf Krankenkassenbeiträge, etc.). Die Welt wiederum ist Ressource, angefangen von Bodenschätzen bis hin zur Luft, die wir atmen (CO2-Zertifikate). Der Rahmen der Philosophie ist die Ökonomie – aber umgekehrt ist der ökonomische Zusammenhang philosophisch geworden. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman beispielsweise fordert, dass die Ökonomie ihre Grundlagen völlig neu überdenken muss. Sie müsse nun ein neues Menschenbild finden.
Unser Ziel
Möglichkeiten, die vorhanden sind, aber nicht als solche wahrgenommen werden, zu thematisieren und damit ins Blickfeld zu rücken, dafür wird agora42 eine Plattform bieten. agora42 will neue Perspektiven eröffnen und steht insofern für pure Praxis – denn mit Hegel gilt: „Ist erst das Reich der Vorstellung revolutioniert, so hält die Wirklichkeit nicht aus.“
Team von agora42

- Alicja Karkoszka

- Frank Augustin

- Nathan Weiss

- Wolfram Bernhardt